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Jurist mit schwerem Stand - Rechtsanwalt Wolfgang Stahl im Gespräch mit dem Magazin FOCUS

MÜNCHEN, 23.01.2012: 

Bericht des FOCUS über das Ermittlungsverfahren gegen Beate Z. und Gespräch mit Rechtsanwalt Wolfgang Stahl über sein Selbstverständnis als Verteidiger in dem Verfahren gegen Beate Z.:

Auszug:

"....Die Bundesanwaltschaft stützt den dringenden Tatverdacht unter anderem auf den Umstand, dass Zschäpe mit Mundlos und Böhnhardt zusammenlebte und dabei ihre wahre Identität aufgab. Zudem habe sie Kopien einer DVD verschickt, auf der sich die NSUMörder
ihrer Verbrechen rühmen. „Das war Zschäpe ganz wichtig“, glaubt ein Fahnder. „Sie wollte ein Fanal setzen, auch im Namen ihrer toten Freunde.“ 

Wolfgang Stahl hält die Argumente größtenteils für „nicht treffend“. Der 40 Jahre alte Rechtsanwalt aus Koblenz verteidigt Beate Zschäpe zusammen mit
seinem Kollegen Wolfgang Heer aus Köln. Die beiden Juristen gelten als akribisch und, wenn es sein muss, unerbittlich. Gemeinsam haben sie etliche Fälle erfolgreich durchgefochten.
Stahl, 1,89 Meter groß, schlank, klassische Hornbrille, ist verheiratet und hat einen Sohn. Seine Kanzlei genießt einen guten Ruf, Rechtsextremisten gehören eher nicht zur Kundschaft. All das musste bedacht werden, bevor er die heikle Aufgabe übernahm. Anfangs fürchtete
er, dass man ihn, den Liberalen, der auch Mitglied im Kreisvorstand der
FDP ist, als Gesinnungsverteidiger oder "Neonazi-Anwalt“ verunglimpfen könnte.
Bestärkt fühlte er sich durch einen Freund. Er sagte: „Es ist dein Beruf. Du bist Strafverteidiger. Also mach es!“

Seit Wochen arbeitet sich Stahl durch Aktenkonvolute, verfasst lange Schriftsätze, führt Telefonate, besucht die Mandantin. Da er, anders als sein Mitstreiter, noch nicht zum Pflichtverteidiger bestellt wurde, erhält er für seine Arbeit vorerst kein Geld. Vermutlich kann er sich diesen Luxus nur leisten, weil er normalerweise gut zahlende Mandanten in Wirtschaftsstrafsachen vertritt. „Für mich liegt der Reiz darin, eine Beschuldigte zu verteidigen, gegen die Hunderte Polizisten und mehrere Staatsanwälte ermitteln“, sagt Stahl. „Ich will
die Interessen meiner Mandantin, die für viele schon jetzt als mordende Rechtsterroristin
feststeht, mit aller Vehemenz verteidigen.“ Dabei vertraut der Anwalt weder der angeblich objektiven Anklagebehörde noch dem überparteilichen Gericht: „Nur ein Verteidiger hat den
Antrieb, Dinge zu finden, die einen Beschuldigten entlasten....“

Den vollständigen Bericht finden Sie hier:

FOCUS 4/2012

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